Urlaub auf dem Bauernhof – mit Kindern
In diesem Jahr entschieden wir uns zum ersten Mal dafür, unsere Ferien auf einem Bauernhof zu verbringen, anstatt wie sonst ein Hotel zu buchen. Nach längerer Suche fanden wir einen Biobauernhof in den Bergen, der sich besonders auf Familien mit Kindern eingestellt hat. Unser Sohn ist sechs und unsere Tochter neun Jahre alt. Wie sich später herausstellte, war das für die angebotenen Aktivitäten genau das richtige Alter.
Der Hof wird von Familie Egger geführt, die dort bereits seit drei Generationen Milch produziert. Für die Gäste gibt es vier Zimmer, eine große Küche, die von allen gemeinsam genutzt werden kann, und einen Garten. Auf einen Fernseher in den Zimmern hat die Familie bewusst verzichtet. Einen Internetzugang gibt es allerdings im Esszimmer. Unsere Kinder störte das überhaupt nicht – eigentlich waren es eher wir Erwachsenen, die ab und zu WLAN brauchten.
Wer wollte, konnte morgens bereits um sieben Uhr beim Melken dabei sein und sogar ein wenig mithelfen. Verpflichtet war dazu jedoch niemand. Unser Sohn hielt zunächst lieber Abstand zu den Kühen. Schon nach drei Tagen hatte sich das völlig geändert: Am liebsten hätte er fast seine gesamte Zeit im Stall verbracht. Auch am Nachmittag wurde einiges angeboten. Die Kinder konnten lernen, wie man Käse herstellt oder Brot backt, und einmal machten wir gemeinsam eine Wanderung mit den Ziegen. Um diese Aktivitäten kümmerte sich hauptsächlich die 19-jährige Tochter der Familie.
Besonders gut gefiel uns Eltern ein Abend, an dem die Bauernfamilie alle Gäste zu einem gemeinsamen Essen an einen langen Tisch im Hof einlud. Ein großer Teil dessen, was auf den Tisch kam, war direkt auf dem Bauernhof hergestellt oder angebaut worden, darunter Milch, Brot und Gemüse. Während die Kinder bis zum Einbruch der Dunkelheit zusammen Fußball spielten, unterhielten wir uns mit anderen Urlaubern aus drei verschiedenen Ländern.
Ganz ohne Nachteile war der Aufenthalt allerdings nicht. Während der ersten Woche regnete es häufig, sodass einige geplante Aktivitäten im Freien ausfallen oder verschoben werden mussten. Außerdem liegt der Bauernhof ziemlich weit vom nächsten Ort entfernt. Ein Bus fährt nur zweimal am Tag ins Dorf. Wer dort Urlaub macht, sollte deshalb nicht erwarten, jederzeit schnell in die Stadt fahren zu können. Auch besonders ruhig sind die Zimmer nicht: Wegen der dünnen Wände hört man manchmal, was im Nachbarzimmer passiert. Empfindlichen Gästen würden wir deshalb Ohrstöpsel empfehlen.
Für die acht Übernachtungen bezahlten wir insgesamt ungefähr 840 Euro. Im Preis waren sowohl das Frühstück als auch das angebotene Programm enthalten. Damit kostete uns der Aufenthalt deutlich weniger als unser letzter Urlaub in einem Hotel. Trotz der kleinen Nachteile waren wir so zufrieden, dass wir bereits für das kommende Jahr wieder reserviert haben. Dann werden auch die Großeltern mitkommen.
Das Ergebnis dieser einzelnen Übung ist keine Bestehensprognose und keine offizielle Bewertung.