Eine gute Planung endet mit einem gemeinsamen Ergebnis
In Teil 1 planst du mit deinem Prüfungspartner eine konkrete Aktivität. Auf dem Aufgabenblatt stehen Punkte, über die ihr sprechen sollt. Die Aufgabe ist nicht erledigt, wenn beide nacheinander ihre Ideen nennen. Ihr müsst Vorschläge aufnehmen, Optionen vergleichen, Probleme lösen und am Ende möglichst klar festhalten, was vereinbart wurde.
Die nützlichste Gesprächseinheit besteht aus vier Schritten:
Vorschlag → Reaktion → Grund/Alternative → Entscheidung oder offene Frage
Wer diese Einheit flexibel beherrscht, braucht keinen auswendig gelernten Dialog.
Die Vorbereitung in fünf Minuten
Zeichne eine kleine Tabelle:
| Punkt | Mein Vorschlag | Alternative / Frage |
|---|---|---|
| Wann? | Samstag 15 Uhr | Sonntag? |
| Wo? | Park | bei Regen Café |
| Was mitbringen? | Getränke | Partner: Essen? |
| Wie informieren? | Gruppenchat | Telefonnummern fehlen? |
Nicht jeder Punkt braucht einen originellen Vorschlag. Du brauchst genug Material, um auf das Gegenüber zu reagieren. Schreibe außerdem eine realistische Einschränkung auf: Arbeit, Kosten, Weg, Wetter oder Verfügbarkeit.
Gesprächseröffnung ohne steifen Text
Ein natürlicher Start nennt Aufgabe und ersten Punkt:
„Wir sollen das Abschiedsfest für unseren Kurs planen. Wollen wir zuerst über den Termin sprechen? Ich könnte am Samstag ab 15 Uhr. Wie sieht es bei dir aus?“
Damit eröffnest du nicht nur, sondern gibst sofort Raum. Vermeide einen langen Überblick über alle Punkte; der Partner soll teilnehmen können.
Zustimmen und trotzdem weiterarbeiten
Nur „Ja, gute Idee“ bringt die Planung nicht voran. Ergänze eine Konsequenz:
- „Samstag passt mir gut. Dann könnten wir schon am Vormittag einkaufen.“
- „Der Park ist eine gute Idee. Wir brauchen aber einen Plan für Regen.“
- „Ich bin einverstanden. Wer übernimmt die Einladungen?“
Zustimmung wird so zum nächsten Schritt.
Höflich widersprechen
Ein Widerspruch zeigt Interaktion, wenn er sachlich begründet und lösungsorientiert ist:
„Am Freitag kann ich leider nicht, weil ich bis 18 Uhr arbeite. Wäre Samstag für dich möglich?“
„Ein Restaurant wäre bequem, aber für einige Kursteilnehmer vielleicht zu teuer. Wir könnten stattdessen ein Picknick organisieren.“
Du brauchst keine komplizierten Konjunktive. Leider, ein klarer Grund und eine Alternative reichen.
Nachfragen, wenn etwas unklar ist
- „Meinst du diesen oder nächsten Samstag?“
- „Wie viele Personen erwartest du ungefähr?“
- „Soll jeder etwas mitbringen?“
- „Wie kommen wir dorthin?“
- „Was machen wir, wenn es regnet?“
Solche Fragen sind keine Zeitfüller. Sie klären Bedingungen und helfen, eine Entscheidung zu treffen.
Ein vollständiger Beispieldialog
A: „Wir möchten für eine neue Kollegin einen Willkommensnachmittag planen. Wann könnten wir das machen?“
B: „Vielleicht am Freitag nach der Arbeit, gegen 17 Uhr. Passt dir das?“
A: „Freitag ist grundsätzlich gut, aber einige Kollegen arbeiten im Homeoffice. Wie wäre es mit Donnerstag, wenn sowieso alle im Büro sind?“
B: „Stimmt, Donnerstag erreichen wir mehr Leute. Dann könnten wir um 16 Uhr im großen Besprechungsraum beginnen.“
A: „Einverstanden. Sollen wir einen Kuchen bestellen?“
B: „Ja. Ich kann mich darum kümmern. Vielleicht bringst du Getränke mit?“
A: „Gerne. Und ich schreibe heute eine Nachricht in den Teamchat.“
B: „Gut, dann halten wir fest: Donnerstag um 16 Uhr im Besprechungsraum. Ich bestelle Kuchen, du organisierst Getränke und Einladung.“
Der Dialog wirkt nicht wegen seltener Wörter, sondern wegen Bezug, Alternative und Abschluss.
Fünf Gesprächsfehler
Zwei Monologe
Jede Person trägt ihren kompletten Plan vor. Reparatur: nach jedem Vorschlag eine konkrete Frage stellen und die Antwort aufnehmen.
Automatisches Zustimmen
Alles ist sofort „super“. Reparatur: mindestens eine reale Bedingung klären – Zeit, Budget, Zuständigkeit oder Schlechtwetterplan.
Prüfungspunkte wie eine Liste abhaken
„Wann? Samstag. Wo? Park. Essen? Pizza.“ Das ist effizient, aber sprachlich kaum entwickelt. Ergänze Gründe und ganze Reaktionen.
Partner korrigieren
Du bist kein Prüfer. Wenn die Bedeutung klar ist, antworte darauf. Bei Unklarheit fragst du nach, statt Grammatikunterricht zu geben.
Kein Ergebnis
Das Gespräch endet mitten in einer Option. Reserviere die letzten 20 Sekunden für eine Zusammenfassung.
Training mit Störkarten
Normale Übung wird schnell auswendig. Gebt euch geheime Einschränkungen:
- „Du kannst nur vormittags.“
- „Dein Budget ist höchstens 30 Euro.“
- „Du hast kein Auto.“
- „Du findest den vorgeschlagenen Ort zu laut.“
Die andere Person kennt deine Karte nicht. So müsst ihr echt zuhören, nachfragen und Alternativen entwickeln.
Auswertung ohne Bauchgefühl
Nach drei Minuten Gespräch markiert ihr:
| Funktion | A | B |
|---|---|---|
| Vorschlag gemacht | ||
| auf Partneridee Bezug genommen | ||
| Grund genannt | ||
| nachgefragt | ||
| Alternative angeboten | ||
| Ergebnis zusammengefasst |
Zählt nicht jedes Grammatikproblem. Wählt zusätzlich genau eine sprachliche Priorität pro Person.
Den gesamten mündlichen Ablauf und Reparatursätze findest du in Sprechen: Ablauf und Redemittel. Neue Planungssituationen stehen unter Goethe B1 Sprechen. Sobald die Vier-Schritt-Einheit automatisch funktioniert, kannst du fast jedes Alltagsthema gemeinsam organisieren.